della ciaja deAuf der Welle mit den Rittern des Heiligen Stephan

Azzolino Bernardino della Ciaja (1671 – 1755), Antonio Vivaldi (1678 – 1741)

Cembalo solo (60 min. mit Kommentar)

Der italienische Organist, Cembalist, Komponist und Orgelbauer Azzolino Bernardino della Ciaja wurde in Siena geboren, aber den Grossteil seines Lebens verbrachte er in Pisa. Einige Zeit lebte er in Florenz und später in Rom, wo die Sammlung Sonate per cembalo con alcuni saggi ed altri contrapunti di largo e grave stile ecclesiastico per grandi organi, op. 4 (Rom, 1727) entstand. Er war Mitglied des Ritterordens des Heiligen Stephan.

Seine Cembalosonaten sind äusserst virtuos und effektvoll; sie sprühen nur so von hinreissenden Harmonien. Im italienischen Repertoire für Tasteninstrumente ist gerade die klangliche spezifische Schönheit des Cembalos selten so schön gezeigt.

Della Ciaja war ein Zeitgenosse von Antonio Vivaldi. Den „roten Priester“ aus Venedig wie er genannt wurde, muss man nicht vorstellen. Er hat mehr als 800 Werke komponiert – eines schöner als das andere. Kein einziges seiner Werke ist aber für Cembalo solo bestimmt. Umso aufregender war der Entdeckung des sogenannten „Ann Dawson Books“, das in der Manchester Library liegt. Dieses Buch ist die Sammlung einer Zeitgenossin von Vivaldi, der englische Lady Ann Dawson und enthält auch die Transkriptionen von Vivaldis Konzerten op. 3 (L´estro armonico). Sie hatte es auf einer Reise durch Italien geschrieben und da sie eine ausgezeichnete Cembalistin war, lohnt es sich sehr ihre Fassung zu hören.